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  • Tag 8 – Verantwortung, emotionale Erschöpfung & Schlafanalyse

    Morgen: Ein neuer Mitpatient und ein weiteres „Ja“

    Heute Vormittag kam ein neuer Mitpatient auf die Station, für den sich jemand als Patenschaftsperson melden sollte. Niemand meldete sich – also habe ich es übernommen. Ich merke immer mehr, wie ich mir hier ständig neue Dinge auflade.

    Nach der Morgenrunde ging es zur Morgenaktivierung in der Sporthalle. Dort machten wir Dehnübungen und spielten dann ein kleines Partner-Ballspiel. Es war eigentlich nichts Großes, aber es hat ganz gutgetan. Ein bisschen Bewegung am Morgen ist nie verkehrt.

    Nach dem Sport gab es Frühstück. Ich habe es wieder nur geschafft, ein Brötchen zu essen – mehr ging einfach nicht.

    Visite: Ein vertrautes Gesicht und eine Medikamentenanpassung

    Eigentlich wäre ich irgendwann in der Mitte der Visitenliste gewesen, aber weil ich zur Studie abgeholt werden sollte, kam ich als Erste dran.

    Der Arzt erkannte mich wieder – er war früher auf der DBT-Station. Er war total nett und umgänglich, was mir ein bisschen die Nervosität nahm. Mein Bupropion wird jetzt auf 75 mg reduziert, und dann schauen wir erstmal weiter.

    Studie: Tiefgehende Fragen und emotionale Erschöpfung

    Nach der Visite wurde ich zur Studie abgeholt. Eigentlich hätte es um 10:30 Uhr losgehen sollen, aber es verzögerte sich auf 11 Uhr.

    Die Studie war intensiv. Sehr viele Fragen zu Trauma, Depression, Angst und Belastung, dazu kognitive Tests, bei denen ich mir Dinge merken musste. Es war extrem anstrengend und emotional fordernd.

    Der Mann, der die Tests mit mir durchführte, war aber sehr ruhig, professionell und bedacht, sodass ich mich zwischendurch immer wieder stabilisieren konnte. Trotzdem: Als ich aus dem Raum ging, brach es in mir los.

    Ich begann zu zittern, fühlte mich völlig überfordert, als hätte mein Körper einfach nicht mehr die Kraft, all das zu halten. Ich ging zur Pflege, aber sie war gerade nicht da. Also rief ich sie an.

    Als sie zurückkam, sah sie sofort, dass ich völlig außer mir war. Ich bekam meinen Bedarf, doch selbst das reichte nicht aus. Sie ließ mich Dehnübungen am Schrank machen, aber das half mir nicht wirklich. Mein Körper brauchte Bewegung.

    Ich sagte ihr, dass ich spazieren gehen müsse, um mich zu spüren. Sie fragte, wie lange, und ich sagte 15-20 Minuten. Also ging ich raus und telefonierte mit Max, um mich zu beruhigen. Die frische Luft, die Bewegung und das Gespräch halfen, dass sich alles etwas setzte.

    Abend: Maskenpflicht & Déjà-vu

    Am Abend gab es die nächste Nachricht: Influenza B auf Station.

    Das bedeutet: Maskenpflicht im gesamten Haus, und ab morgen gibt es für zwei Tage Tests für alle.

    Ich hatte ja schon einmal Influenza A in der Klinik, damals auf der DBT-Station. Jetzt bin ich zwar nicht betroffen, aber es fühlt sich an wie ein Déjà-vu. Ab sofort müssen wir auch auf den Zimmern essen, was ziemlich ungewohnt ist.

    Gerade beim Abendbrot war es seltsam, so allein zu sitzen, weil meine Zimmernachbarin nicht da war.

    Schlafanalyse: Verkabelt in die Nacht

    Vor dem Abendbrot bin ich noch duschen und Haare waschen gegangen, weil heute Nacht die Schlafanalyse ansteht.

    Nach dem Essen traf ich mich noch mit Max, aber ich merkte, dass mein Medikament nach dem Essen immer stärker wirkt und ich zunehmend müde wurde.

    Um 20:30 Uhr ging es zurück auf Station, weil die Schlafanalyse vorbereitet wurde. Die Ärztin/Studentin kannte ich bereits aus der Studie.

    Das Verkabeln dauerte eine Stunde. Ich bekam Elektroden für ein EEG, ein EKG, Pulssensoren und zwei kleine Schläuche in die Nase, um meine Atmung zu messen.

    Dann musste ich einen kurzen Vorbereitungstest machen: Einfach nur ein Kreuz anschauen, ohne mich zu bewegen. Dabei hatte ich bereits Sekundenschlaf, so müde war ich. Als sie zurückkam, fragte sie mich, wie lange es sich für mich angefühlt hatte.

    „Bestimmt 15-20 Minuten.“

    Aber tatsächlich waren es nur sieben Minuten. Das hat mich total überrascht.

    Jetzt liege ich komplett verkabelt im Bett und bin gespannt, wie die Nacht wird. Eins ist sicher: Ich bin unglaublich müde.

  • Tag 7 – Ein Tag voller Anstrengung und kleiner Belohnungen

     

    Morgen: Müde, aber weiter geht’s.

    Nun bin ich schon 1 Woche hier.

    Die Nacht war wieder kurz – ich bin erst gegen 1:30 Uhr eingeschlafen und früh ohne Wecker aufgewacht. Trotzdem begann der Tag wie gewohnt mit der Morgenrunde.

    Danach stand die Studie mit kognitiven Tests an. Es gab verschiedene Aufgaben – unter anderem Basketball-Aufgaben und Sonnen-Aufgaben. Ich merkte schnell, dass sie mich sehr müde machten. Meine Konzentration ließ schnell nach, und ich hatte das Gefühl, gegen eine dichte Nebelwand in meinem Kopf anzukämpfen.

    Nachmittag: Erst Erholung, dann volle Power

    Nach dem Mittagessen brauchte ich erstmal eine Pause. Ich nutzte die Zeit, um mich ein wenig auszuruhen und an meinem Blog zu arbeiten.

    Um 16:30 Uhr kam die Physiotherapeutin. Vor dem Boxen hatte ich noch Physiotherapie, und sie stellte fest, dass meine Faszien am Po extrem verhärtet waren. Das könnte eine Ursache für meine Rückenschmerzen sein. Sie zeigte mir einige Übungen zur Lockerung, die ich regelmäßig machen soll.

    Danach ging es weiter mit Boxen. Ich kannte das bereits aus der DBT, wo ich es mit einem großartigen Trainer gemacht hatte. Weil es mir damals richtig gutgetan hat, wollte ich das Angebot auch hier wieder nutzen.

    Erst trainierte ich an der Boxbirne, die ständig hin und her schwingt und schnelle Reaktionen erfordert. Später ging es an den Boxsack, wo ich richtig Kraft einsetzen konnte. Es war sehr anstrengend, aber ich spürte, wie es mir guttut. Die Anspannung fiel nach und nach ab, und ich fühlte mich danach deutlich klarer im Kopf.

    Abend: Kleine Freude, kleine Enttäuschung

    Nach dem Sport gab es Abendbrot und die Abendrunde.

    Später kam Max zu Besuch, worüber ich mich gefreut habe. Gemeinsam gingen wir zu Lidl, um ein paar Dinge einzukaufen. Dabei habe ich wieder neue Stifte entdeckt – und ich merke langsam, dass ich ein echter Stift-Junkie werde.

    Leider gab es aber auch eine kleine Enttäuschung: Das Tablet, das ich für meine Mutter besorgen wollte, war nicht mehr verfügbar.

    Zurück auf Station versuchte ich, mich zu entspannen. Aber ich bin wieder erst gegen 1:30 Uhr eingeschlafen – und wurde am nächsten Morgen ohne Wecker wach.

  • Tag 6 – Ein schwerer Sonntag zwischen Tränen und Trost

    Morgen: Ein Tiefpunkt.

    Der Sonntag begann düster. Schon beim Aufwachen war da diese tiefe, erdrückende Traurigkeit. Es war einer dieser Tage, an denen alles schwerfällt – selbst das Atmen fühlte sich anstrengend an. Ich lag einfach da, unfähig, mich zu bewegen, während mir die Tränen über das Gesicht liefen.

    Blutdruck war niedrig, was die Erschöpfung noch verstärkt hat.

    Ich wusste nicht genau, warum es mich so überrollte, aber es war da – dieses Gefühl von Leere, Verlust, Sehnsucht nach all dem, was mir fehlt. Ich habe viel nachgedacht, an das letzte Jahr, an die ganzen Verluste. Es war, als würde alles auf einmal über mich hereinbrechen.

    Die Station war ungewöhnlich leer, da viele Patienten das Wochenende zu Hause verbrachten. Ich hatte mich jedoch bereits am Freitag dafür entschieden, meine Belastungserprobung über Nacht auf Samstag zu legen, sodass ich mich nochmal auf den Weg zur Tagesbelastung gemacht habe.

    Beim Frühstück saß ich alleine in Gedanken versunken vor meinem Brötchen mit Honig. Essen fühlte sich an diesem Morgen eher wie eine Notwendigkeit an als etwas, das mir Freude bereitete. Meine Emotionen lagen schwer auf mir, und ich merkte, dass ich kaum Kraft hatte. Ich war müde, innerlich erschöpft und fühlte mich, als würde ich innerlich zerfallen.

    Nach dem Frühstück zog ich mich auf mein Zimmer zurück. Ich sah im Spiegel meine verweinten Augen, geschwollene Lider und das erschöpfte Gesicht, das mir entgegenguckte. Ich wusste, dass ich mich noch für die Tagesbelastung zurechtmachen musste – so konnte ich nicht losgehen. Also versuchte ich, mich zu sammeln, mich herzurichten, als könnte ich die Spuren der Nacht und der schweren Gedanken einfach wegwischen. Was natürlich nicht so ganz funktionierte.

    Vormittag: Ein wenig Stabilität durch Routine

    Später wurde ich von der Pflege in den Tagesurlaub entlassen. Wieder einmal stand ich an der U-Bahn-Station, inzwischen etwas sicherer im Umgang mit den Bahnen. Solange sie nicht überfüllt sind, kann ich es einigermaßen ertragen. Trotzdem war die Fahrt anstrengend, weil mein Kopf einfach nicht zur Ruhe kam.

    Als ich schließlich bei meinem Freund ankam, spürte ich eine erste Erleichterung. Ihn und meinen Hund in die Arme zu schließen, war ein Moment der Wärme, den ich dringend brauchte. Es fühlte sich an wie ein sicherer Hafen nach einem Sturm – zumindest für eine Weile.

    Nachmittag: Ein Hauch von Normalität

    Wir verbrachten den Nachmittag mit alltäglichen Dingen – wir aßen zusammen zu Mittag, hängten Wäsche auf und versuchten, ein wenig Ruhe zu finden. Mein Hund war ein wichtiger Anker für mich. Wir machten eine große Runde mit ihm, und während wir durch die Straßen liefen, versuchte ich mich auf den Moment zu konzentrieren, auf die frische Luft, auf die Bewegungen, auf den Hund, der voller Energie durch das Gras sprang.

    Trotz dieser Momente der Ruhe war ich innerlich zerrissen. Die letzten Tage, die ganze emotionale Last der vergangenen Monate, all das wirbelte unaufhörlich in meinem Kopf herum.

    Am späten Nachmittag legten wir uns noch einmal hin, weil die Müdigkeit uns überkam. Es war weniger Schlaf als eine Art Dösen, eine Pause vom ständigen Grübeln. Doch die Zeit verging wie im Flug, und bald war es wieder Zeit für mich zu gehen.

    Abend: Abschied und Rückkehr zur Realität

    Um 17 Uhr musste ich zurück auf Station sein. Ich wollte nicht zu spät kommen, denn alleine der Gedanke, wieder Angst vor Konsequenzen zu haben, setzte mich unter Druck. Also machte ich mich früh genug auf den Weg.

    Um 18 Uhr gab es Abendbrot auf Station. Ich saß da, aß mechanisch, während mein Kopf noch zwischen zwei Welten hing – der kurzen Ruhe bei meinem Freund und der Klinik.

    Später zog ich mich auf mein Zimmer zurück, doch der Tag ließ mich nicht los. Im Kontakt mit geliebten Menschen gab es belastende Situationen, die mich wieder aus dem Gleichgewicht brachten. Ich fühlte mich erschöpft, leer und doch so voller Emotionen, dass ich kaum atmen konnte.

    Ich konnte lange nicht einschlafen. Mein Kopf war laut, mein Herz schwer. Doch irgendwann holte mich die Erschöpfung ein, und ich fiel in einen unruhigen Schlaf.

    Fazit: Ein Tag voller Kontraste

    Der Sonntag war ein Tag voller Widersprüche. Momente der Geborgenheit wechselten sich mit tiefer Traurigkeit ab. Ich hatte das Gefühl, überall und nirgendwo gleichzeitig zu sein – auf Station und doch nicht wirklich da, bei meinem Freund & Hund und doch nicht ganz bei mir.

    Ich merke, dass ich mich verloren fühlte.

  • Tag 5 – Ein Tag zwischen Ruhe, Aufgaben und einer Überraschung in der Klinik

    Morgen – Ein langsamer Start und gemeinsame Zeit

    Der Samstag begann ruhiger als die letzten Tage. Wir waren an der frischen Luft, sind spazieren gegangen und hatten innige Gespräche. Es tat gut, einfach draußen zu sein, ohne feste Pläne oder Ablenkungen.

    Auch Kaspar, der Hund, war viel dabei. Ich habe mich wieder mehr mit ihm beschäftigt und spüre, wie ich wieder mehr zu ihm finde. Diese Verbindung ist mir wichtig, denn in den letzten Wochen hatte ich oft das Gefühl, dass mir alles entgleitet. Aber mit ihm Zeit zu verbringen, bringt etwas Stabilität zurück.

    Nachmittag – Alltagspflichten und ein kleines Stück Normalität

    Nach dem Spaziergang ging es weiter mit alltäglichen Dingen, die sich überraschend gut angefühlt haben. Wir haben aufgeräumt und Wäsche gewaschen, was irgendwie befreiend war. Es sind kleine Aufgaben, aber sie haben Struktur gegeben.

    Später sind wir nochmal zu Netto einkaufen gegangen, um ein paar Dinge zu besorgen. Es war kein großer Ausflug, aber es tat gut, einfach einen normalen Moment zu erleben – einen, in dem es nicht um Therapie, Diagnosen oder schwere Gedanken geht, sondern nur darum, dass der Kühlschrank wieder gefüllt wird.

    Ein besonderer Moment für mich war, dass wir jemandem geholfen haben, seine Wohnung aufzuräumen. Es hat sich gut angefühlt, nicht nur mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt zu sein, sondern einfach für einen Moment etwas Praktisches zu tun, das jemand anderem hilft.

    Nachmittags war die Erschöpfung dann doch spürbar. Wir haben uns hingelegt, einfach um ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Es war kein tiefer Schlaf, eher ein kurzes Entkommen aus der Müdigkeit, die schon den ganzen Tag über mir hing.

    Abend – Rückkehr in die Klinik & Verunsicherung

    Nach 20 Uhr haben wir langsam den Rückweg angetreten. Diesmal hat mit der Bahn alles gut geklappt – keine Verwirrung, kein Stress. Um 21:35 Uhr kam ich in der Klinik an und meldete mich beim Pfleger zurück.

    Doch dann kam etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Der Pfleger meinte, ich sei zu spät – die Rückkehrzeit wäre 20 Uhr. Ich war sofort verunsichert und hatte Angst, etwas falsch gemacht zu haben. Mir wurde 22 Uhr gesagt, aber jetzt stand plötzlich dieser Vorwurf im Raum. Ich wusste nicht, was das für Konsequenzen haben könnte. Habe ich einen Fehler gemacht? Bekomme ich Ärger?

    Diese Unsicherheit hat mich noch eine Weile begleitet. Ich ging ins Zimmer, strickte noch etwas und las, bis mir fast die Augen zufielen.

    Rückblick: Ein Tag zwischen Normalität und Unsicherheit

    Der Tag hatte viele kleine Momente der Ruhe und Struktur, die mir gutgetan haben – Spaziergänge, Gespräche, Hausarbeiten, Zeit mit Kaspar. Aber dann, zurück in der Klinik, kam wieder dieses Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben.

    Habe ich wirklich etwas falsch gemacht? Oder war es nur eine Misskommunikation? Warum macht mir so etwas so viel Angst?

    Ich weiß nicht, was dieser Tag mir gezeigt hat – vielleicht, dass ich mich draußen freier fühle und dass es gut ist, für ein paar Stunden rauszukommen. Aber auch, dass ich noch nicht sicher bin, wie ich mit solchen Situationen umgehen soll.

    Ich bin wieder hier. Ich bin müde. Und morgen ist ein neuer Tag.

    Leider ein wenig zu spät. Aber die Wolke sah aus wie ein Herz 💜 das ist das 2 x das ich sonnige Wolke gesehen habe.
    Abkürzung Frauenklinik, da die Türen in der Ladenstraße zum Zentrum der Seelischen Gesundheit schon abgeschlossen waren und die Türen nach draußen (außer am Haupteingang schon geschlossen waren.
  • Tag 4 – Ein ruhiger Start, eine neue Studie und eine kleine Auszeit

    Morgen – Ein schwerer Start in den Tag

    Die Nacht war nicht erholsam. Ich bin zwar irgendwann eingeschlafen, aber es war ein unruhiger Schlaf. Mein Kopf war voll, Gedanken kreisten immer wieder um alles mögliche, was gerade in meinem Leben passiert. Als der Wecker ging, war ich völlig erschöpft. Ich habe mich aus dem Bett gequält, weil ich es musste – nicht, weil ich mich bereit für den Tag gefühlt habe.

    Um 7:30 Uhr ging es dann unter die Dusche. Die Duschen sind auf dem Flur, und es gibt nur zwei. Leider war das Wasser nur 38°C warm, und der Wasserdruck war so niedrig, dass es schwierig war, die Haare auszuspülen. Zudem war es kalt, da zuvor das Fenster offen stand.

    Nach dem Duschen habe ich mich kurz ausgeruht, bevor ich mit meinen Mitpatienten und der Sporttherapeutin eine kleine Walking-Runde gemacht habe. Das Wetter war nicht besonders gut, und einige hatten keine Lust, aber es tat gut, sich kurz zu bewegen.

    Kurz darauf wurde ich dann zum EKG gebeten. Ich saß mit zwei Mitpatienten im Wartebereich, während einige andere dort ebenfalls warteten. Danach mussten wir nicht mehr an der Gruppe teilnehmen, weil sie schon begonnen hatte. Das war für uns drei aber kein Problem – so hatten wir etwas Ruhe.

    Außerdem wurde ich heute in die WhatsApp-Gruppe der Mitpatienten aufgenommen, von der ich erst gestern erfahren hatte.

    Mein Kreislauf hat mir zusätzlich Probleme gemacht. Ich habe meine Werte gemessen, und sie schwankten stark:

    • Nach dem Duschen: 93/67 mmHg, Puls 87

    • Später am Vormittag: 121/71 mmHg, Puls 85 – aber ich fühlte mich weiterhin komisch und antriebslos

    • Kurz danach: 101/88 mmHg, Puls 90 – mein Körper konnte sich einfach nicht richtig einpendeln

    Mittagessen & Studie

    Zum Mittagessen gab es Hühnerfrikassee mit Kartoffeln – eine Wohltat. Ich habe es tatsächlich etwas genießen können, was selten vorkommt. Beim Essen hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einem Mitpatienten.

    Dann wurde ich von einer Mitarbeiterin unterbrochen, die mich für eine Studie einladen wollte. Ich hatte mich bereits bei der Anmeldung in der MHH dafür bereit erklärt, weil ich weiß, dass Forschung wichtig ist – und weil ich auch in der DBT schon einmal an einer Studie teilgenommen hatte.

    Die Studie trägt den Titel:

    “P4D – Personalized, Predictive, Precise & Preventive Medicine for Major Depression”.

    Es geht darum, herauszufinden, welche genetischen, biologischen und psychologischen Faktoren Depressionen beeinflussen, um langfristig bessere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dafür werden unter anderem Blutproben analysiert, MRTs gemacht und kognitive Tests durchgeführt. Meine Daten werden pseudonymisiert gespeichert und nur für Forschungszwecke genutzt.

    Nach dem Gespräch habe ich mich auf mein Zimmer zurückgezogen und angefangen, einen Schal zu stricken. Ich brauchte irgendetwas, um meine Hände zu beschäftigen – etwas, das mich vielleicht ein bisschen aus meinem Gedankenkarussell rausholen würde.

    Nachmittag – Kaffeerunde, neue Aufgaben und eine kleine Auszeit

    Um 15 Uhr gab es die Kaffeerunde, bei der immer 2-3 Patienten etwas backen. Heute gab es Spritekuchen mit Streuseln. Der Stationsarzt nahm ebenfalls teil und saß direkt neben mir, was mich irgendwie nervös gemacht hat.

    Während der Runde wurden die Aufgaben für die nächste Woche verteilt – und ich bin gleich dreimal dran:

    1. Wäschesäcke – Ich wurde von den Pflegern eingeteilt, mich darum zu kümmern.

    2. Tagesverantwortung (Donnerstag) – Gemeinsam mit meiner Mitpatientin kümmere ich mich darum, die Essenswagen auszuräumen, die Tische zu decken, sowie Kaffee und Wasser zu kochen.

    3. Kuchen für die nächste Kaffeerunde – Ich habe mich freiwillig gemeldet, und zwei Mitpatienten wurden mir zugeordnet. ich habe mich für ein Spaghetti-Eis-Dessert entschieden!

    Nach der Kaffeerunde habe ich meine Sachen gepackt, denn ich durfte ich zur Wochenend-Belastungserprobung zu meinem Freund fahren. Es war wieder spannend mit der Bahn, aber diesmal lief es schon besser.

    Abend – Ankommen, zur Ruhe kommen und einfach sein

    Endlich angekommen, haben wir uns viel unterhalten und sind mit meinem Hund spazieren gegangen. Die Bewegung tat gut, vor allem einfach draußen zu sein, ohne Klinik, ohne den Druck, irgendwas „müssen“ zu müssen.

    Zum Abendessen gab es Salat und Sandwiches – nichts Großes, aber genau das Richtige. Danach haben wir einfach noch etwas geredet, bis wir irgendwann müde ins Bett gefallen sind.

    Rückblick: Ein Schritt raus aus der Klinik, ein bisschen Normalität

    Heute war ein Tag, der wieder viel Energie gezogen hat, aber auch ein bisschen Raum gegeben hat. Die Belastungserprobung bedeutet zwar keine völlige Freiheit, aber sie gibt mir die Möglichkeit, aus dem Klinikalltag rauszukommen und zu spüren, wie sich das Leben außerhalb anfühlt.

    Es war schön, bei meinem Freund, Hund und unterwegs zu sein. Kein Therapieplan am Wochenende,

    kein Muss, nur wir.

    Ich weiß nicht, wie sich das Wochenende entwickeln wird, aber es war es gut, dort zu sein.

    In solchen Kisten, die mich und ein paar andere stark an Bierkisten erinnert, wird das Wasser geliefert. Da es über uns eine Suchtstation gibt, finde ich das nicht so passend…
    Leider etwas zu spät, aber sie sah aus wie ein Herz💜 das ist das zweite Mal gewesen wo ich eine Wolke in Herzform gesehen habe.
    Hier ein kleiner Einblick in die Studie
    Etwas Achtsamkeit betreibe ich immer beim spazieren gehen. Dann entdeckt man auch mal so etwas 💜
    U-Bahn Haltestelle an der ich umsteigen muss
  • Tag 3 – Zwischen Erschöpfung, Aufregung und kleinen Glücksmomenten

    Morgendliche Müdigkeit und die erste Visite

    Der Morgen begann schwer. Ich war müde, erschöpft, und der emotionale Stress des Vortags hing mir noch nach. Das Aufstehen fiel mir unglaublich schwer, aber ich kämpfte mich hoch, frühstückte und nahm an der Morgenrunde teil.

    Das Frühstück selbst war durchwachsen – immerhin konnte ich ein Brötchen essen, aber die türkische Buttermilch war eine echte Enttäuschung. Ganz anders als die deutsche, irgendwie viel sälziger und einfach unangenehm im Geschmack. Ein kleiner Moment, der mich überraschte, aber letztendlich auch nicht weiter störte.

    Ein weiterer Moment, der meine Nervosität ins Unermessliche trieb: Mein Blick fiel auf den Plan an der Küchentür – und ich stand auf Platz 1. Obwohl ich erst den dritten Tag hier war! Sofort schoss mir die Anspannung in den Körper. Was bedeutete das? Warum ich? Ich wurde extrem unruhig und aufgeregt, konnte es aber zumindest in der Visite ansprechen. Die Ärztin nahm mich ernst, was mir ein wenig Sicherheit gab. Sie war sehr nett und verständnisvoll.

    Der eigentliche Oberarzt, den ich noch aus meiner DBT-Therapie kannte, war nicht da – er kommt erst nächste Woche wieder. Ich erzählte ihr von meinen Problemen mit starkem Herzklopfen, und daraufhin wurde beschlossen, dass ab sofort dreimal täglich Blutdruck und Puls gemessen werden um eventuell ein Langzeit EKG durchzuführen.

    Danach folgte Ergotherapie – eigentlich war für diesen Vormittag ein Gehirntraining mit Rätseln geplant, aber weil die Visite noch lief, konnten wir freie Ergo machen. Ich entschied mich wieder für Pastellkreide – das Malen tat mir gut. Ein kleiner Ruhepol inmitten all der Aufregung.

    Mittagessen und eine herausfordernde Sporttherapie

    Zum Mittagessen gab es wieder eine große Auswahl – das Essen in der Klinik ist wirklich gut, das muss ich immer wieder betonen. Danach ging es für mich in die Sporttherapie.

    Zunächst gab ich meine ausgefüllten Unterlagen ab und erwähnte dabei, dass ich oft einen hohen Ruhepuls habe und meine Bronchitis noch nicht ganz abgeklungen ist. Danach wurde ich an verschiedene Geräte zur Überwachung meiner Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und meines Blutdrucks angeschlossen.

    Die Sauerstoffwerte waren perfekt, was eine Erleichterung war – zumindest war meine Atmung stabil. Dann begann das Ergometer-Training. Ich fuhr 30 Minuten Fahrrad, während meine Werte regelmäßig kontrolliert wurden. Anfangs fühlte ich mich noch okay, aber mit der Zeit begann mein Blutdruck immer weiter zu sinken.

    Zum Schluss lag er nur noch bei 88/62 mmHg, während mein Puls auf 104 bpm anstieg. Ich merkte, wie mir schwindelig wurde, und hatte erst Mühe, dagegen anzukommen. Zum Glück stabilisierte sich mein Kreislauf relativ schnell wieder, aber es war ein deutliches Zeichen, dass mein Körper noch nicht voll belastbar ist.

    Nach dem Sport aß ich noch den Rest meines Mittagessens, bevor es in die zweite Hälfte des Tages ging.

    Ein U-Bahn-Chaos und ein Abend voller kleiner Glücksmomente

    Beim Frühstück hatte das Pflegepersonal erwähnt, dass in dieser Woche 10 von 12 Patienten keine Abendbrotbefreiung genommen hatten. Also meldete ich mich spontan – das bedeutete, dass ich am Abend nicht in der Klinik essen musste und mein Freund nicht extra zu mir kommen musste.

    Um 16 Uhr machte ich mich auf den Weg zur U-Bahn, doch meine Nervosität, die nicht aktualisierte Haltestellen-Anzeige und meine eigene Unaufmerksamkeit führten dazu, dass ich eine Station zu früh ausstieg. Ein kleiner Umweg, aber ich machte das Beste daraus, lief ein Stück zu Fuß und stieg an der nächsten Haltestelle wieder ein. Von da an klappte alles problemlos.

    Bei meinem Freund angekommen, freute ich mich, ihn und meinen Hund zu sehen. Es war Zeit für eine kleine Verwandlung – sein Fell war viel zu lang, also war Haareschneiden angesagt.Zum Glück hatten mein Freund und ein weiterer Bekannter ihn vorher bereits gekämmt und gebadet, sodass ich mich nur noch ums Schneiden kümmern musste. Er sah danach wieder richtig frech und jung aus.

    Ein besonders wichtiger Moment: Ich konnte endlich mit meinen Jungs telefonieren. Das erste Mal, seit ich sie am Montag ihrem Vater übergeben hatte. Sie sind während meines Aufenthalts in einer Betreuung, und ich war unglaublich erleichtert, zu hören, dass es ihnen gut geht. Die beiden Kleinen hatten so viel Spaß, dass sie nur kurz mit mir sprechen wollten, bevor sie weiter spielen gingen. Das tat gut – sie fühlen sich dort wohl, und das war alles, was für mich zählte.

    Später aßen wir noch gemeinsam, bevor mein Freund mich mit dem Roller zurück zur U-Bahn brachte. Diesmal lief alles problemlos. Ich kam pünktlich zurück in die Klinik, ließ noch einmal meinen Blutdruck messen – und dann fiel ich müde ins Bett.

    Ein anstrengender Tag. Ein aufwühlender Tag. Aber auch ein Tag mit kleinen Momenten, die mich innerlich etwas aufatmen ließen.

    Mein Bild aus der Ergo… leider ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich hätte erst den Engel mit Pastellkreide malen müssen und die anderen Farben danach… also musste ich probieren wie ich den Engel nun richtig weiß bekomme… mit der Ergotherapeutin bin ich dann in den Keller gegangen, weil ich es mit Ölpreise versuchen wollte… dies klappte leider auch nicht. Auch meine Idee mit einem weißen Design lief ins Leere… dann kam mir die letzte Idee und ich habe mit Acrylfarbe und Pinsel den Engel einigermaßen hinbekommen. Es röhrt mich aber das man den unterschied sieht… Pastellkreide kann man verwischen und mit einem Pinsel sieht das einfach anders aus. So what …..
    Da war ich dann richtig 😅
    David Garret und Hans Zimmer wollte ich eigentlich schon länger mal sehen… vielleicht klappt es ja dieses Jahr noch …
    Da kam so viel Wolle runter 😅
    Nicht perfekt aber Pflegeleicht 😅
  • Tag 2 in der MHH – Zwischen Erschöpfung und Erinnerungen

    Die zweite Nacht hier – und wieder kaum Schlaf. Das Bett unbequem, die Gummimatratze klebt am Körper, und das einzige, was es im Zimmer gibt, ist ein kleines Waschbecken mit einem Vorhang davor. Kein Bad, keine Toilette. Jedes Mal raus in den Flur zu müssen, macht es nicht gerade leichter, sich hier wohlzufühlen.

    Sport am Morgen – Badminton vor dem Frühstück

    Noch bevor der Tag richtig losging, stand Sport auf dem Plan – Badminton. Ich wusste nicht, ob ich überhaupt die Energie dafür habe, aber ich habe mitgemacht. Und es war anstrengend. Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen, aber irgendwie hat es auch gutgetan. Frau P., die den Sportunterricht leitet, ist unglaublich lieb und empathisch. Sie hat eine Art, die einen motiviert, ohne Druck aufzubauen. Es war eine kleine Ablenkung, ein Moment, in dem ich nicht ganz so sehr in meinem Kopf gefangen war.

    Morgenroutine & Frühstück

    Müde. Erschöpft. Die Nacht hängt mir in den Knochen, und trotzdem muss ich zum Frühstück. Ich sitze mit den Mitpatienten am Tisch, doch essen kann ich kaum etwas. Mein Körper fühlt sich schwer an, mein Magen wie zugeschnürt. Ich bin den ganzen Tag extrem nah am Wasser gebaut, als würde jede kleine Sache mich zum Überlaufen bringen.

    Emotionale Wellen & der Kampf mit mir selbst

    Es ist, als würde alles über mich hereinbrechen. Die Gedanken, die Erinnerungen, die Angst. Ich musste mir Bedarf holen, weil ich es kaum noch ausgehalten habe. Ich habe so viel geweint, konnte es nicht stoppen, war innerlich am Durchdrehen. Dieser Ort bringt so viel hoch, das ich nicht einfach wegschieben kann.

    Ergotherapie – ein Moment der Ruhe?

    In der Ergotherapie habe ich gemalt mir Pastellkreide. Es hat gutgetan, irgendwie. Die Farben, die Bewegung, das Eintauchen in etwas Kreatives – ein kurzer Moment, in dem ich nicht denken musste. Aber gleichzeitig war da diese Schwere, die Erinnerungen. Der Raum… Ich kenne ihn. Wir waren damals alle hier zusammen. Und das Wissen, dass es nicht mehr so ist, dass sich alles verändert hat, hat mich wieder eingeholt.

    Ein kleiner Lichtblick

    Erst mein Besuch hat mir etwas geholfen. Ein Moment außerhalb dieses Ortes, außerhalb meiner eigenen Gedanken. Es hat nicht alles verschwinden lassen, aber es hat mir ein kleines Stück Halt gegeben – wenigstens für einen Moment.

    Und jetzt?

    Ich bin erschöpft. Emotional leer, körperlich ausgelaugt und versuche Schlaf zu finden…

    Meine Augen sprechen Bände …
    Das stimmt wohl… das Bild hängt im Flur unserer Station
    Ein typisches Bps -Bild
  • 25.02.2025 Erster Tag in der MHH – Zurück an einem Ort voller Erinnerungen

    Heute war mein erster Tag in der Klinik. Ich bin mit dem Taxi angereist, habe die Nacht davor in Hannover geschlafen, weil ich wusste, dass ich diesen Weg nicht an einem Morgen schaffe – weder körperlich noch mental. Ich hatte mir vorgestellt, wie es sein würde, wieder hier zu sein, aber die Realität fühlt sich anders an.

    Ankunft & erste Eindrücke

    Die MHH. Ein Ort, der so viel mit mir verbindet. Kaum angekommen, war da dieses Ziehen in der Brust – Erinnerungen, gute wie schlechte. Hier habe ich gelernt, mich über Wasser zu halten. Und hier habe ich Menschen kennengelernt, die mich auf eine Weise geprägt haben, wie es nur wenige können. Manche fehlen. Manche sind geblieben. Und doch fühlt sich alles fremd und vertraut zugleich an.

    Erste Gespräche & innere Kämpfe

    Die Aufnahme lief wie erwartet – Fragen, Formulare, Einschätzungen. Ich war ehrlich, habe gesagt, wie es mir geht, aber es war schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist nicht so, dass ich nicht weiß, was los ist, aber manchmal fühlt es sich an, als wäre mein Kopf ein Knoten aus Gedanken, die sich nicht entwirren lassen. Ich wollte es erklären, wirklich, aber wie beschreibt man etwas, das so tief sitzt, dass es sich kaum greifen lässt?

    Zurück zu einem alten Muster?

    Es ist nicht das erste Mal, dass ich hier bin. Die Therapie hat mir damals geholfen – wirklich geholfen. Ich habe gelernt, meine Emotionen anders zu sehen, zu regulieren. Aber irgendwann bin ich wieder gefallen. Und das macht Angst. Was, wenn es diesmal wieder so läuft? Was, wenn ich hier rausgehe, mit neuen Erkenntnissen, neuen Skills – und dann trotzdem wieder an denselben Punkt zurückkehre?

    Zwischen Hoffnung und Zweifel

    Ich will daran glauben, dass es diesmal anders wird. Dass ich diesmal nicht nur „funktioniere“, sondern wirklich einen Weg finde, der hält. Aber die Zweifel sind da. Vielleicht zu viele. Vielleicht aber auch gerade genug, um nicht blind in eine Hoffnung zu laufen, die am Ende nur wehtut.

    Und jetzt?

    Jetzt bin ich hier. Jetzt versuche ich es. Wieder. 🙏🏻

    Im Taxi durfte ich die Bildzeitung lesen … es war ja am Sonntag zuvor die Wahl …

    Bevor ich auf Station 51a konnte musste ich mich erstmal anmelden. Das ging aber ziemlich schnell. Der Dame am Schalter musste ich erstmal erzählen wo ich meinen Rucksack her habe. Sie war total begeistert davon. Ich habe eine Mil-Tec Rucksack der 60 Liter fasst.

    Hier ein kleiner Einblick wo ich die nächsten Wochen verbringen werde
    Meine Technik und Malutensilien dürfen natürlich nicht fehlen 😅
  • Hallo Welt!

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