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  • Tag 8 – Verantwortung, emotionale Erschöpfung & Schlafanalyse

    Morgen: Ein neuer Mitpatient und ein weiteres „Ja“

    Heute Vormittag kam ein neuer Mitpatient auf die Station, fĂŒr den sich jemand als Patenschaftsperson melden sollte. Niemand meldete sich – also habe ich es ĂŒbernommen. Ich merke immer mehr, wie ich mir hier stĂ€ndig neue Dinge auflade.

    Nach der Morgenrunde ging es zur Morgenaktivierung in der Sporthalle. Dort machten wir DehnĂŒbungen und spielten dann ein kleines Partner-Ballspiel. Es war eigentlich nichts Großes, aber es hat ganz gutgetan. Ein bisschen Bewegung am Morgen ist nie verkehrt.

    Nach dem Sport gab es FrĂŒhstĂŒck. Ich habe es wieder nur geschafft, ein Brötchen zu essen – mehr ging einfach nicht.

    Visite: Ein vertrautes Gesicht und eine Medikamentenanpassung

    Eigentlich wÀre ich irgendwann in der Mitte der Visitenliste gewesen, aber weil ich zur Studie abgeholt werden sollte, kam ich als Erste dran.

    Der Arzt erkannte mich wieder – er war frĂŒher auf der DBT-Station. Er war total nett und umgĂ€nglich, was mir ein bisschen die NervositĂ€t nahm. Mein Bupropion wird jetzt auf 75 mg reduziert, und dann schauen wir erstmal weiter.

    Studie: Tiefgehende Fragen und emotionale Erschöpfung

    Nach der Visite wurde ich zur Studie abgeholt. Eigentlich hÀtte es um 10:30 Uhr losgehen sollen, aber es verzögerte sich auf 11 Uhr.

    Die Studie war intensiv. Sehr viele Fragen zu Trauma, Depression, Angst und Belastung, dazu kognitive Tests, bei denen ich mir Dinge merken musste. Es war extrem anstrengend und emotional fordernd.

    Der Mann, der die Tests mit mir durchfĂŒhrte, war aber sehr ruhig, professionell und bedacht, sodass ich mich zwischendurch immer wieder stabilisieren konnte. Trotzdem: Als ich aus dem Raum ging, brach es in mir los.

    Ich begann zu zittern, fĂŒhlte mich völlig ĂŒberfordert, als hĂ€tte mein Körper einfach nicht mehr die Kraft, all das zu halten. Ich ging zur Pflege, aber sie war gerade nicht da. Also rief ich sie an.

    Als sie zurĂŒckkam, sah sie sofort, dass ich völlig außer mir war. Ich bekam meinen Bedarf, doch selbst das reichte nicht aus. Sie ließ mich DehnĂŒbungen am Schrank machen, aber das half mir nicht wirklich. Mein Körper brauchte Bewegung.

    Ich sagte ihr, dass ich spazieren gehen mĂŒsse, um mich zu spĂŒren. Sie fragte, wie lange, und ich sagte 15-20 Minuten. Also ging ich raus und telefonierte mit Max, um mich zu beruhigen. Die frische Luft, die Bewegung und das GesprĂ€ch halfen, dass sich alles etwas setzte.

    Abend: Maskenpflicht & Déjà-vu

    Am Abend gab es die nÀchste Nachricht: Influenza B auf Station.

    Das bedeutet: Maskenpflicht im gesamten Haus, und ab morgen gibt es fĂŒr zwei Tage Tests fĂŒr alle.

    Ich hatte ja schon einmal Influenza A in der Klinik, damals auf der DBT-Station. Jetzt bin ich zwar nicht betroffen, aber es fĂŒhlt sich an wie ein DĂ©jĂ -vu. Ab sofort mĂŒssen wir auch auf den Zimmern essen, was ziemlich ungewohnt ist.

    Gerade beim Abendbrot war es seltsam, so allein zu sitzen, weil meine Zimmernachbarin nicht da war.

    Schlafanalyse: Verkabelt in die Nacht

    Vor dem Abendbrot bin ich noch duschen und Haare waschen gegangen, weil heute Nacht die Schlafanalyse ansteht.

    Nach dem Essen traf ich mich noch mit Max, aber ich merkte, dass mein Medikament nach dem Essen immer stĂ€rker wirkt und ich zunehmend mĂŒde wurde.

    Um 20:30 Uhr ging es zurĂŒck auf Station, weil die Schlafanalyse vorbereitet wurde. Die Ärztin/Studentin kannte ich bereits aus der Studie.

    Das Verkabeln dauerte eine Stunde. Ich bekam Elektroden fĂŒr ein EEG, ein EKG, Pulssensoren und zwei kleine SchlĂ€uche in die Nase, um meine Atmung zu messen.

    Dann musste ich einen kurzen Vorbereitungstest machen: Einfach nur ein Kreuz anschauen, ohne mich zu bewegen. Dabei hatte ich bereits Sekundenschlaf, so mĂŒde war ich. Als sie zurĂŒckkam, fragte sie mich, wie lange es sich fĂŒr mich angefĂŒhlt hatte.

    „Bestimmt 15-20 Minuten.“

    Aber tatsĂ€chlich waren es nur sieben Minuten. Das hat mich total ĂŒberrascht.

    Jetzt liege ich komplett verkabelt im Bett und bin gespannt, wie die Nacht wird. Eins ist sicher: Ich bin unglaublich mĂŒde.

  • Tag 7 – Ein Tag voller Anstrengung und kleiner Belohnungen

     

    Morgen: MĂŒde, aber weiter geht’s.

    Nun bin ich schon 1 Woche hier.

    Die Nacht war wieder kurz – ich bin erst gegen 1:30 Uhr eingeschlafen und frĂŒh ohne Wecker aufgewacht. Trotzdem begann der Tag wie gewohnt mit der Morgenrunde.

    Danach stand die Studie mit kognitiven Tests an. Es gab verschiedene Aufgaben – unter anderem Basketball-Aufgaben und Sonnen-Aufgaben. Ich merkte schnell, dass sie mich sehr mĂŒde machten. Meine Konzentration ließ schnell nach, und ich hatte das GefĂŒhl, gegen eine dichte Nebelwand in meinem Kopf anzukĂ€mpfen.

    Nachmittag: Erst Erholung, dann volle Power

    Nach dem Mittagessen brauchte ich erstmal eine Pause. Ich nutzte die Zeit, um mich ein wenig auszuruhen und an meinem Blog zu arbeiten.

    Um 16:30 Uhr kam die Physiotherapeutin. Vor dem Boxen hatte ich noch Physiotherapie, und sie stellte fest, dass meine Faszien am Po extrem verhĂ€rtet waren. Das könnte eine Ursache fĂŒr meine RĂŒckenschmerzen sein. Sie zeigte mir einige Übungen zur Lockerung, die ich regelmĂ€ĂŸig machen soll.

    Danach ging es weiter mit Boxen. Ich kannte das bereits aus der DBT, wo ich es mit einem großartigen Trainer gemacht hatte. Weil es mir damals richtig gutgetan hat, wollte ich das Angebot auch hier wieder nutzen.

    Erst trainierte ich an der Boxbirne, die stĂ€ndig hin und her schwingt und schnelle Reaktionen erfordert. SpĂ€ter ging es an den Boxsack, wo ich richtig Kraft einsetzen konnte. Es war sehr anstrengend, aber ich spĂŒrte, wie es mir guttut. Die Anspannung fiel nach und nach ab, und ich fĂŒhlte mich danach deutlich klarer im Kopf.

    Abend: Kleine Freude, kleine EnttÀuschung

    Nach dem Sport gab es Abendbrot und die Abendrunde.

    SpĂ€ter kam Max zu Besuch, worĂŒber ich mich gefreut habe. Gemeinsam gingen wir zu Lidl, um ein paar Dinge einzukaufen. Dabei habe ich wieder neue Stifte entdeckt – und ich merke langsam, dass ich ein echter Stift-Junkie werde.

    Leider gab es aber auch eine kleine EnttĂ€uschung: Das Tablet, das ich fĂŒr meine Mutter besorgen wollte, war nicht mehr verfĂŒgbar.

    ZurĂŒck auf Station versuchte ich, mich zu entspannen. Aber ich bin wieder erst gegen 1:30 Uhr eingeschlafen – und wurde am nĂ€chsten Morgen ohne Wecker wach.

  • Tag 6 – Ein schwerer Sonntag zwischen TrĂ€nen und Trost

    Morgen: Ein Tiefpunkt.

    Der Sonntag begann dĂŒster. Schon beim Aufwachen war da diese tiefe, erdrĂŒckende Traurigkeit. Es war einer dieser Tage, an denen alles schwerfĂ€llt – selbst das Atmen fĂŒhlte sich anstrengend an. Ich lag einfach da, unfĂ€hig, mich zu bewegen, wĂ€hrend mir die TrĂ€nen ĂŒber das Gesicht liefen.

    Blutdruck war niedrig, was die Erschöpfung noch verstÀrkt hat.

    Ich wusste nicht genau, warum es mich so ĂŒberrollte, aber es war da – dieses GefĂŒhl von Leere, Verlust, Sehnsucht nach all dem, was mir fehlt. Ich habe viel nachgedacht, an das letzte Jahr, an die ganzen Verluste. Es war, als wĂŒrde alles auf einmal ĂŒber mich hereinbrechen.

    Die Station war ungewöhnlich leer, da viele Patienten das Wochenende zu Hause verbrachten. Ich hatte mich jedoch bereits am Freitag dafĂŒr entschieden, meine Belastungserprobung ĂŒber Nacht auf Samstag zu legen, sodass ich mich nochmal auf den Weg zur Tagesbelastung gemacht habe.

    Beim FrĂŒhstĂŒck saß ich alleine in Gedanken versunken vor meinem Brötchen mit Honig. Essen fĂŒhlte sich an diesem Morgen eher wie eine Notwendigkeit an als etwas, das mir Freude bereitete. Meine Emotionen lagen schwer auf mir, und ich merkte, dass ich kaum Kraft hatte. Ich war mĂŒde, innerlich erschöpft und fĂŒhlte mich, als wĂŒrde ich innerlich zerfallen.

    Nach dem FrĂŒhstĂŒck zog ich mich auf mein Zimmer zurĂŒck. Ich sah im Spiegel meine verweinten Augen, geschwollene Lider und das erschöpfte Gesicht, das mir entgegenguckte. Ich wusste, dass ich mich noch fĂŒr die Tagesbelastung zurechtmachen musste – so konnte ich nicht losgehen. Also versuchte ich, mich zu sammeln, mich herzurichten, als könnte ich die Spuren der Nacht und der schweren Gedanken einfach wegwischen. Was natĂŒrlich nicht so ganz funktionierte.

    Vormittag: Ein wenig StabilitÀt durch Routine

    SpĂ€ter wurde ich von der Pflege in den Tagesurlaub entlassen. Wieder einmal stand ich an der U-Bahn-Station, inzwischen etwas sicherer im Umgang mit den Bahnen. Solange sie nicht ĂŒberfĂŒllt sind, kann ich es einigermaßen ertragen. Trotzdem war die Fahrt anstrengend, weil mein Kopf einfach nicht zur Ruhe kam.

    Als ich schließlich bei meinem Freund ankam, spĂŒrte ich eine erste Erleichterung. Ihn und meinen Hund in die Arme zu schließen, war ein Moment der WĂ€rme, den ich dringend brauchte. Es fĂŒhlte sich an wie ein sicherer Hafen nach einem Sturm – zumindest fĂŒr eine Weile.

    Nachmittag: Ein Hauch von NormalitÀt

    Wir verbrachten den Nachmittag mit alltĂ€glichen Dingen – wir aßen zusammen zu Mittag, hĂ€ngten WĂ€sche auf und versuchten, ein wenig Ruhe zu finden. Mein Hund war ein wichtiger Anker fĂŒr mich. Wir machten eine große Runde mit ihm, und wĂ€hrend wir durch die Straßen liefen, versuchte ich mich auf den Moment zu konzentrieren, auf die frische Luft, auf die Bewegungen, auf den Hund, der voller Energie durch das Gras sprang.

    Trotz dieser Momente der Ruhe war ich innerlich zerrissen. Die letzten Tage, die ganze emotionale Last der vergangenen Monate, all das wirbelte unaufhörlich in meinem Kopf herum.

    Am spĂ€ten Nachmittag legten wir uns noch einmal hin, weil die MĂŒdigkeit uns ĂŒberkam. Es war weniger Schlaf als eine Art Dösen, eine Pause vom stĂ€ndigen GrĂŒbeln. Doch die Zeit verging wie im Flug, und bald war es wieder Zeit fĂŒr mich zu gehen.

    Abend: Abschied und RĂŒckkehr zur RealitĂ€t

    Um 17 Uhr musste ich zurĂŒck auf Station sein. Ich wollte nicht zu spĂ€t kommen, denn alleine der Gedanke, wieder Angst vor Konsequenzen zu haben, setzte mich unter Druck. Also machte ich mich frĂŒh genug auf den Weg.

    Um 18 Uhr gab es Abendbrot auf Station. Ich saß da, aß mechanisch, wĂ€hrend mein Kopf noch zwischen zwei Welten hing – der kurzen Ruhe bei meinem Freund und der Klinik.

    SpĂ€ter zog ich mich auf mein Zimmer zurĂŒck, doch der Tag ließ mich nicht los. Im Kontakt mit geliebten Menschen gab es belastende Situationen, die mich wieder aus dem Gleichgewicht brachten. Ich fĂŒhlte mich erschöpft, leer und doch so voller Emotionen, dass ich kaum atmen konnte.

    Ich konnte lange nicht einschlafen. Mein Kopf war laut, mein Herz schwer. Doch irgendwann holte mich die Erschöpfung ein, und ich fiel in einen unruhigen Schlaf.

    Fazit: Ein Tag voller Kontraste

    Der Sonntag war ein Tag voller WidersprĂŒche. Momente der Geborgenheit wechselten sich mit tiefer Traurigkeit ab. Ich hatte das GefĂŒhl, ĂŒberall und nirgendwo gleichzeitig zu sein – auf Station und doch nicht wirklich da, bei meinem Freund & Hund und doch nicht ganz bei mir.

    Ich merke, dass ich mich verloren fĂŒhlte.

  • Tag 5 – Ein Tag zwischen Ruhe, Aufgaben und einer Überraschung in der Klinik

    Morgen – Ein langsamer Start und gemeinsame Zeit

    Der Samstag begann ruhiger als die letzten Tage. Wir waren an der frischen Luft, sind spazieren gegangen und hatten innige GesprĂ€che. Es tat gut, einfach draußen zu sein, ohne feste PlĂ€ne oder Ablenkungen.

    Auch Kaspar, der Hund, war viel dabei. Ich habe mich wieder mehr mit ihm beschĂ€ftigt und spĂŒre, wie ich wieder mehr zu ihm finde. Diese Verbindung ist mir wichtig, denn in den letzten Wochen hatte ich oft das GefĂŒhl, dass mir alles entgleitet. Aber mit ihm Zeit zu verbringen, bringt etwas StabilitĂ€t zurĂŒck.

    Nachmittag – Alltagspflichten und ein kleines StĂŒck NormalitĂ€t

    Nach dem Spaziergang ging es weiter mit alltĂ€glichen Dingen, die sich ĂŒberraschend gut angefĂŒhlt haben. Wir haben aufgerĂ€umt und WĂ€sche gewaschen, was irgendwie befreiend war. Es sind kleine Aufgaben, aber sie haben Struktur gegeben.

    SpĂ€ter sind wir nochmal zu Netto einkaufen gegangen, um ein paar Dinge zu besorgen. Es war kein großer Ausflug, aber es tat gut, einfach einen normalen Moment zu erleben – einen, in dem es nicht um Therapie, Diagnosen oder schwere Gedanken geht, sondern nur darum, dass der KĂŒhlschrank wieder gefĂŒllt wird.

    Ein besonderer Moment fĂŒr mich war, dass wir jemandem geholfen haben, seine Wohnung aufzurĂ€umen. Es hat sich gut angefĂŒhlt, nicht nur mit meinen eigenen Gedanken beschĂ€ftigt zu sein, sondern einfach fĂŒr einen Moment etwas Praktisches zu tun, das jemand anderem hilft.

    Nachmittags war die Erschöpfung dann doch spĂŒrbar. Wir haben uns hingelegt, einfach um ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Es war kein tiefer Schlaf, eher ein kurzes Entkommen aus der MĂŒdigkeit, die schon den ganzen Tag ĂŒber mir hing.

    Abend – RĂŒckkehr in die Klinik & Verunsicherung

    Nach 20 Uhr haben wir langsam den RĂŒckweg angetreten. Diesmal hat mit der Bahn alles gut geklappt – keine Verwirrung, kein Stress. Um 21:35 Uhr kam ich in der Klinik an und meldete mich beim Pfleger zurĂŒck.

    Doch dann kam etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Der Pfleger meinte, ich sei zu spĂ€t – die RĂŒckkehrzeit wĂ€re 20 Uhr. Ich war sofort verunsichert und hatte Angst, etwas falsch gemacht zu haben. Mir wurde 22 Uhr gesagt, aber jetzt stand plötzlich dieser Vorwurf im Raum. Ich wusste nicht, was das fĂŒr Konsequenzen haben könnte. Habe ich einen Fehler gemacht? Bekomme ich Ärger?

    Diese Unsicherheit hat mich noch eine Weile begleitet. Ich ging ins Zimmer, strickte noch etwas und las, bis mir fast die Augen zufielen.

    RĂŒckblick: Ein Tag zwischen NormalitĂ€t und Unsicherheit

    Der Tag hatte viele kleine Momente der Ruhe und Struktur, die mir gutgetan haben – SpaziergĂ€nge, GesprĂ€che, Hausarbeiten, Zeit mit Kaspar. Aber dann, zurĂŒck in der Klinik, kam wieder dieses GefĂŒhl, einen Fehler gemacht zu haben.

    Habe ich wirklich etwas falsch gemacht? Oder war es nur eine Misskommunikation? Warum macht mir so etwas so viel Angst?

    Ich weiß nicht, was dieser Tag mir gezeigt hat – vielleicht, dass ich mich draußen freier fĂŒhle und dass es gut ist, fĂŒr ein paar Stunden rauszukommen. Aber auch, dass ich noch nicht sicher bin, wie ich mit solchen Situationen umgehen soll.

    Ich bin wieder hier. Ich bin mĂŒde. Und morgen ist ein neuer Tag.

    Leider ein wenig zu spĂ€t. Aber die Wolke sah aus wie ein Herz 💜 das ist das 2 x das ich sonnige Wolke gesehen habe.
    AbkĂŒrzung Frauenklinik, da die TĂŒren in der Ladenstraße zum Zentrum der Seelischen Gesundheit schon abgeschlossen waren und die TĂŒren nach draußen (außer am Haupteingang schon geschlossen waren.
  • Tag 4 – Ein ruhiger Start, eine neue Studie und eine kleine Auszeit

    Morgen – Ein schwerer Start in den Tag

    Die Nacht war nicht erholsam. Ich bin zwar irgendwann eingeschlafen, aber es war ein unruhiger Schlaf. Mein Kopf war voll, Gedanken kreisten immer wieder um alles mögliche, was gerade in meinem Leben passiert. Als der Wecker ging, war ich völlig erschöpft. Ich habe mich aus dem Bett gequĂ€lt, weil ich es musste – nicht, weil ich mich bereit fĂŒr den Tag gefĂŒhlt habe.

    Um 7:30 Uhr ging es dann unter die Dusche. Die Duschen sind auf dem Flur, und es gibt nur zwei. Leider war das Wasser nur 38°C warm, und der Wasserdruck war so niedrig, dass es schwierig war, die Haare auszuspĂŒlen. Zudem war es kalt, da zuvor das Fenster offen stand.

    Nach dem Duschen habe ich mich kurz ausgeruht, bevor ich mit meinen Mitpatienten und der Sporttherapeutin eine kleine Walking-Runde gemacht habe. Das Wetter war nicht besonders gut, und einige hatten keine Lust, aber es tat gut, sich kurz zu bewegen.

    Kurz darauf wurde ich dann zum EKG gebeten. Ich saß mit zwei Mitpatienten im Wartebereich, wĂ€hrend einige andere dort ebenfalls warteten. Danach mussten wir nicht mehr an der Gruppe teilnehmen, weil sie schon begonnen hatte. Das war fĂŒr uns drei aber kein Problem – so hatten wir etwas Ruhe.

    Außerdem wurde ich heute in die WhatsApp-Gruppe der Mitpatienten aufgenommen, von der ich erst gestern erfahren hatte.

    Mein Kreislauf hat mir zusÀtzlich Probleme gemacht. Ich habe meine Werte gemessen, und sie schwankten stark:

    ‱ Nach dem Duschen: 93/67 mmHg, Puls 87

    ‱ SpĂ€ter am Vormittag: 121/71 mmHg, Puls 85 – aber ich fĂŒhlte mich weiterhin komisch und antriebslos

    ‱ Kurz danach: 101/88 mmHg, Puls 90 – mein Körper konnte sich einfach nicht richtig einpendeln

    Mittagessen & Studie

    Zum Mittagessen gab es HĂŒhnerfrikassee mit Kartoffeln – eine Wohltat. Ich habe es tatsĂ€chlich etwas genießen können, was selten vorkommt. Beim Essen hatte ich ein angenehmes GesprĂ€ch mit einem Mitpatienten.

    Dann wurde ich von einer Mitarbeiterin unterbrochen, die mich fĂŒr eine Studie einladen wollte. Ich hatte mich bereits bei der Anmeldung in der MHH dafĂŒr bereit erklĂ€rt, weil ich weiß, dass Forschung wichtig ist – und weil ich auch in der DBT schon einmal an einer Studie teilgenommen hatte.

    Die Studie trÀgt den Titel:

    “P4D – Personalized, Predictive, Precise & Preventive Medicine for Major Depression”.

    Es geht darum, herauszufinden, welche genetischen, biologischen und psychologischen Faktoren Depressionen beeinflussen, um langfristig bessere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. DafĂŒr werden unter anderem Blutproben analysiert, MRTs gemacht und kognitive Tests durchgefĂŒhrt. Meine Daten werden pseudonymisiert gespeichert und nur fĂŒr Forschungszwecke genutzt.

    Nach dem GesprĂ€ch habe ich mich auf mein Zimmer zurĂŒckgezogen und angefangen, einen Schal zu stricken. Ich brauchte irgendetwas, um meine HĂ€nde zu beschĂ€ftigen – etwas, das mich vielleicht ein bisschen aus meinem Gedankenkarussell rausholen wĂŒrde.

    Nachmittag – Kaffeerunde, neue Aufgaben und eine kleine Auszeit

    Um 15 Uhr gab es die Kaffeerunde, bei der immer 2-3 Patienten etwas backen. Heute gab es Spritekuchen mit Streuseln. Der Stationsarzt nahm ebenfalls teil und saß direkt neben mir, was mich irgendwie nervös gemacht hat.

    WĂ€hrend der Runde wurden die Aufgaben fĂŒr die nĂ€chste Woche verteilt – und ich bin gleich dreimal dran:

    1. WĂ€schesĂ€cke – Ich wurde von den Pflegern eingeteilt, mich darum zu kĂŒmmern.

    2. Tagesverantwortung (Donnerstag) – Gemeinsam mit meiner Mitpatientin kĂŒmmere ich mich darum, die Essenswagen auszurĂ€umen, die Tische zu decken, sowie Kaffee und Wasser zu kochen.

    3. Kuchen fĂŒr die nĂ€chste Kaffeerunde – Ich habe mich freiwillig gemeldet, und zwei Mitpatienten wurden mir zugeordnet. ich habe mich fĂŒr ein Spaghetti-Eis-Dessert entschieden!

    Nach der Kaffeerunde habe ich meine Sachen gepackt, denn ich durfte ich zur Wochenend-Belastungserprobung zu meinem Freund fahren. Es war wieder spannend mit der Bahn, aber diesmal lief es schon besser.

    Abend – Ankommen, zur Ruhe kommen und einfach sein

    Endlich angekommen, haben wir uns viel unterhalten und sind mit meinem Hund spazieren gegangen. Die Bewegung tat gut, vor allem einfach draußen zu sein, ohne Klinik, ohne den Druck, irgendwas „mĂŒssen“ zu mĂŒssen.

    Zum Abendessen gab es Salat und Sandwiches – nichts Großes, aber genau das Richtige. Danach haben wir einfach noch etwas geredet, bis wir irgendwann mĂŒde ins Bett gefallen sind.

    RĂŒckblick: Ein Schritt raus aus der Klinik, ein bisschen NormalitĂ€t

    Heute war ein Tag, der wieder viel Energie gezogen hat, aber auch ein bisschen Raum gegeben hat. Die Belastungserprobung bedeutet zwar keine völlige Freiheit, aber sie gibt mir die Möglichkeit, aus dem Klinikalltag rauszukommen und zu spĂŒren, wie sich das Leben außerhalb anfĂŒhlt.

    Es war schön, bei meinem Freund, Hund und unterwegs zu sein. Kein Therapieplan am Wochenende,

    kein Muss, nur wir.

    Ich weiß nicht, wie sich das Wochenende entwickeln wird, aber es war es gut, dort zu sein.

    In solchen Kisten, die mich und ein paar andere stark an Bierkisten erinnert, wird das Wasser geliefert. Da es ĂŒber uns eine Suchtstation gibt, finde ich das nicht so passend

    Leider etwas zu spĂ€t, aber sie sah aus wie ein Herz💜 das ist das zweite Mal gewesen wo ich eine Wolke in Herzform gesehen habe.
    Hier ein kleiner Einblick in die Studie
    Etwas Achtsamkeit betreibe ich immer beim spazieren gehen. Dann entdeckt man auch mal so etwas 💜
    U-Bahn Haltestelle an der ich umsteigen muss
  • Tag 3 – Zwischen Erschöpfung, Aufregung und kleinen GlĂŒcksmomenten

    Morgendliche MĂŒdigkeit und die erste Visite

    Der Morgen begann schwer. Ich war mĂŒde, erschöpft, und der emotionale Stress des Vortags hing mir noch nach. Das Aufstehen fiel mir unglaublich schwer, aber ich kĂ€mpfte mich hoch, frĂŒhstĂŒckte und nahm an der Morgenrunde teil.

    Das FrĂŒhstĂŒck selbst war durchwachsen – immerhin konnte ich ein Brötchen essen, aber die tĂŒrkische Buttermilch war eine echte EnttĂ€uschung. Ganz anders als die deutsche, irgendwie viel sĂ€lziger und einfach unangenehm im Geschmack. Ein kleiner Moment, der mich ĂŒberraschte, aber letztendlich auch nicht weiter störte.

    Ein weiterer Moment, der meine NervositĂ€t ins Unermessliche trieb: Mein Blick fiel auf den Plan an der KĂŒchentĂŒr – und ich stand auf Platz 1. Obwohl ich erst den dritten Tag hier war! Sofort schoss mir die Anspannung in den Körper. Was bedeutete das? Warum ich? Ich wurde extrem unruhig und aufgeregt, konnte es aber zumindest in der Visite ansprechen. Die Ärztin nahm mich ernst, was mir ein wenig Sicherheit gab. Sie war sehr nett und verstĂ€ndnisvoll.

    Der eigentliche Oberarzt, den ich noch aus meiner DBT-Therapie kannte, war nicht da – er kommt erst nĂ€chste Woche wieder. Ich erzĂ€hlte ihr von meinen Problemen mit starkem Herzklopfen, und daraufhin wurde beschlossen, dass ab sofort dreimal tĂ€glich Blutdruck und Puls gemessen werden um eventuell ein Langzeit EKG durchzufĂŒhren.

    Danach folgte Ergotherapie – eigentlich war fĂŒr diesen Vormittag ein Gehirntraining mit RĂ€tseln geplant, aber weil die Visite noch lief, konnten wir freie Ergo machen. Ich entschied mich wieder fĂŒr Pastellkreide – das Malen tat mir gut. Ein kleiner Ruhepol inmitten all der Aufregung.

    Mittagessen und eine herausfordernde Sporttherapie

    Zum Mittagessen gab es wieder eine große Auswahl – das Essen in der Klinik ist wirklich gut, das muss ich immer wieder betonen. Danach ging es fĂŒr mich in die Sporttherapie.

    ZunĂ€chst gab ich meine ausgefĂŒllten Unterlagen ab und erwĂ€hnte dabei, dass ich oft einen hohen Ruhepuls habe und meine Bronchitis noch nicht ganz abgeklungen ist. Danach wurde ich an verschiedene GerĂ€te zur Überwachung meiner SauerstoffsĂ€ttigung, Herzfrequenz und meines Blutdrucks angeschlossen.

    Die Sauerstoffwerte waren perfekt, was eine Erleichterung war – zumindest war meine Atmung stabil. Dann begann das Ergometer-Training. Ich fuhr 30 Minuten Fahrrad, wĂ€hrend meine Werte regelmĂ€ĂŸig kontrolliert wurden. Anfangs fĂŒhlte ich mich noch okay, aber mit der Zeit begann mein Blutdruck immer weiter zu sinken.

    Zum Schluss lag er nur noch bei 88/62 mmHg, wĂ€hrend mein Puls auf 104 bpm anstieg. Ich merkte, wie mir schwindelig wurde, und hatte erst MĂŒhe, dagegen anzukommen. Zum GlĂŒck stabilisierte sich mein Kreislauf relativ schnell wieder, aber es war ein deutliches Zeichen, dass mein Körper noch nicht voll belastbar ist.

    Nach dem Sport aß ich noch den Rest meines Mittagessens, bevor es in die zweite HĂ€lfte des Tages ging.

    Ein U-Bahn-Chaos und ein Abend voller kleiner GlĂŒcksmomente

    Beim FrĂŒhstĂŒck hatte das Pflegepersonal erwĂ€hnt, dass in dieser Woche 10 von 12 Patienten keine Abendbrotbefreiung genommen hatten. Also meldete ich mich spontan – das bedeutete, dass ich am Abend nicht in der Klinik essen musste und mein Freund nicht extra zu mir kommen musste.

    Um 16 Uhr machte ich mich auf den Weg zur U-Bahn, doch meine NervositĂ€t, die nicht aktualisierte Haltestellen-Anzeige und meine eigene Unaufmerksamkeit fĂŒhrten dazu, dass ich eine Station zu frĂŒh ausstieg. Ein kleiner Umweg, aber ich machte das Beste daraus, lief ein StĂŒck zu Fuß und stieg an der nĂ€chsten Haltestelle wieder ein. Von da an klappte alles problemlos.

    Bei meinem Freund angekommen, freute ich mich, ihn und meinen Hund zu sehen. Es war Zeit fĂŒr eine kleine Verwandlung – sein Fell war viel zu lang, also war Haareschneiden angesagt.Zum GlĂŒck hatten mein Freund und ein weiterer Bekannter ihn vorher bereits gekĂ€mmt und gebadet, sodass ich mich nur noch ums Schneiden kĂŒmmern musste. Er sah danach wieder richtig frech und jung aus.

    Ein besonders wichtiger Moment: Ich konnte endlich mit meinen Jungs telefonieren. Das erste Mal, seit ich sie am Montag ihrem Vater ĂŒbergeben hatte. Sie sind wĂ€hrend meines Aufenthalts in einer Betreuung, und ich war unglaublich erleichtert, zu hören, dass es ihnen gut geht. Die beiden Kleinen hatten so viel Spaß, dass sie nur kurz mit mir sprechen wollten, bevor sie weiter spielen gingen. Das tat gut – sie fĂŒhlen sich dort wohl, und das war alles, was fĂŒr mich zĂ€hlte.

    SpĂ€ter aßen wir noch gemeinsam, bevor mein Freund mich mit dem Roller zurĂŒck zur U-Bahn brachte. Diesmal lief alles problemlos. Ich kam pĂŒnktlich zurĂŒck in die Klinik, ließ noch einmal meinen Blutdruck messen – und dann fiel ich mĂŒde ins Bett.

    Ein anstrengender Tag. Ein aufwĂŒhlender Tag. Aber auch ein Tag mit kleinen Momenten, die mich innerlich etwas aufatmen ließen.

    Mein Bild aus der Ergo
 leider ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich hĂ€tte erst den Engel mit Pastellkreide malen mĂŒssen und die anderen Farben danach
 also musste ich probieren wie ich den Engel nun richtig weiß bekomme
 mit der Ergotherapeutin bin ich dann in den Keller gegangen, weil ich es mit Ölpreise versuchen wollte
 dies klappte leider auch nicht. Auch meine Idee mit einem weißen Design lief ins Leere
 dann kam mir die letzte Idee und ich habe mit Acrylfarbe und Pinsel den Engel einigermaßen hinbekommen. Es röhrt mich aber das man den unterschied sieht
 Pastellkreide kann man verwischen und mit einem Pinsel sieht das einfach anders aus. So what 
..
    Da war ich dann richtig 😅
    David Garret und Hans Zimmer wollte ich eigentlich schon lÀnger mal sehen
 vielleicht klappt es ja dieses Jahr noch 

    Da kam so viel Wolle runter 😅
    Nicht perfekt aber Pflegeleicht ïżŒïżŒïżŒđŸ˜…
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