Der Morgen begann träge, wie durch Nebel. Das neue Medikament hinterließ Müdigkeit, Schwere. Und doch: Ich stand auf, frühstückte, sprach mit anderen – ein kleiner Schritt in den Tag. Beim Walking wirkte Frau Palentin seltsam distanziert, wir gingen nur eine kleine Runde, etwas planlos. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an uns.
In der BA-Gruppe lagen Sätze auf Zetteln, und wir sollten uns in sie hineindenken. Ich fand nur bei drei der sechs etwas, das passte. Doch eines davon blieb: Welches Krafttier bin ich gerade? – Ich wählte den Adler. Weil ich Abstand brauchte, den Überblick, den Wind unter den Flügeln, um weiterzuziehen. Weg von allem – und doch verbunden mit allem.
Der achtsame Spaziergang danach war eine kleine Insel. Wir atmeten bewusst, hörten die Natur, die sich ihren Weg bahnt. Frühblüher sprühten Farben, Leben, Frühling. Und für einen Moment fühlte es sich leicht an.
Am Mittag sprach ich mit Frau Bogedein. Wir arbeiteten weiter an Struktur, sogar ganz konkret: Eine Amazon-Rücksendung. Ein kleines Symbol für das Loslassen, das Sortieren, das Entscheiden. Danach verschwimmen die Stunden etwas – ich weiß nur noch, dass der Kaffee kam, und dann ich zu Max aufbrach.
Wir hatten eine neue Idee: Jeder schreibt seinen Namen auf einen Zettel, und bis Sonntag schreibt jeder etwas Schönes für jeden anderen. Eine schöne Geste. Das Wetter war strahlend, warm – wir gingen mit dem Hund spazieren, lachten, spürten den Frühling. Später saßen wir bei ihm, schauten Serien, aßen Pizza. Ich war müde, aber zufrieden.
Abends, wieder allein, versank ich in Astrologie, Handlesen, Aszendenten – suchte vielleicht nach Ordnung in den Sternen. Ich schlief spät ein.
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