Tag 9 – Mittwoch: Eine chaotische Nacht, ein anstrengender Tag voller Tests und Stadtbesuch

Die Nacht war eine Katastrophe. Heute war ich schon früh wach, kurz nach sechs. Ich hatte mit meiner Zimmernachbarin die Tagesverantwortung, also habe ich Kaffee und Teewasser gekocht. Danach holte ich meine Medikamente und machte direkt den letzten Influenza-Abstrich. Gestern waren alle Tests negativ, heute war der letzte Test.

Ich habe heute Morgen gemerkt, dass ich meine Nachtmedikation nicht genommen habe. Ich wurde ja gestern für die Schlafanalyse verkabelt und bin zwar kurz nach elf eingeschlafen, aber immer wieder aufgewacht. Ich musste zweimal auf die Toilette und dann ist mir auch noch der Brustgurt abgegangen, den ich immer wieder befestigen musste. Morgens um kurz vor acht kam dann der Arzt oder Student von gestern und hat mich entkabelt. Danach ging es erstmal Medikamente holen.

Dann fiel mir auf, dass ich immer noch die gleiche Dosierung von Bupropion (150 mg) bekommen habe. Ich habe das angesprochen, woraufhin mir mitgeteilt wurde, dass die Reduktion durchgestrichen wurde, aber jemand nochmal auf mich zukommt. Kurze Zeit später erklärte mir der Stationsarzt, dass die halbe Dosis momentan nicht lieferbar ist und sie überlegen müssen, welche Alternativen es gibt. Bis dahin soll ich die bisherige Dosierung weiternehmen.

Morgenroutine & Frühstück

Durch die aktuelle Influenza-B-Situation auf Station wurden alle Patienten heute Morgen erneut getestet. Wir mussten auf unseren Zimmern frühstücken. Ich hatte ein Brötchen mit Honig. Beim Frühstück half ich einem Mitpatienten, der einen Knoten in seiner Hose nicht aufbekam.

EEG & Stadtbesuch

Später hatte ich meinen EEG-Termin. Die beiden Studienleiter waren wieder sehr nett, aber es dauerte ewig, bis sie mich verkabelt hatten. Dann funktionierte das Gerät erst nicht, weil ein Kabel defekt war. Sie suchten ein neues, und dann konnte das EEG doch noch stattfinden. Ich musste 20 Minuten die Augen geschlossen halten, was mir extrem schwerfiel, weil ich so müde war. Ich bin immer wieder kurz weggedämmert.

Nach dem Mittagessen (Nudeln mit Tomatensauce und Fleischbällchen) hatte ich eigentlich ein Treffen mit meiner Tochter geplant, aber sie hatte einen Termin, weshalb es leider ausfiel. Stattdessen machte ich mich allein auf den Weg in die Stadt.

In der Ernst-August-Galerie war ich bei New Yorker und habe dort schöne Sachen gefunden. Danach bin ich noch zu Tedi und habe ein paar Malsachen gekauft. Am Busbahnhof sah ich dann eine Demonstration gegen Rechts. Sie spielten das Lied „Was ist los mit der Welt, Mama?“, und ich hatte total den Drang, mich anzuschließen. Aber mein Bus kam und ich bin eingestiegen.

Ich hatte mir für Max und mich gebratene Nudeln mit Huhn gekauft, aber irgendwo muss ich die Tüte stehen gelassen haben – wahrscheinlich beim Warten auf den Bus. Ich hoffe, dass jemand, der wenig Geld hat, sie gefunden und sich darüber gefreut hat. Trotzdem war ich total genervt, weil ich mich auf das Essen gefreut hatte.

Abend & Fazit

Bei meinem Freund angekommen, haben wir zusammen gegessen (zum Glück hatten wir noch etwas anderes), und dann ging es zurück zur MHH. Ich kam gegen 21:40 Uhr an und war völlig erschöpft.

Fazit:
Mittwoch war ein kräftezehrender Tag. Ich war den ganzen Tag über extrem müde, die medizinischen Untersuchungen haben viel Kraft gekostet und die Stadt war überwältigend. Dennoch habe ich den Tag irgendwie überstanden – und das ist schon ein kleiner Erfolg.


Frühstück gab es nochmal auf dem Zimmer.

Beim Dampfen traf ich draußen Herrn Zumburg, den ich noch von der DBT-Station kenne. Er wird nächste Woche wieder da sein und mit mir Physio und Boxen weitermachen. Das hat mich sehr gefreut, weil er das damals richtig gut gemacht hat.

BA-Gruppe & emotionale Belastung

Die BA-Gruppe war extrem anstrengend. Die Psychologin ließ uns die Augen schließen und uns eine schlimme Situation vorstellen – natürlich hatte ich sofort wieder Bilder von meinem verstorbenen Freund im Kopf. Wie ich ihn fand…Ich konnte mich nicht mehr richtig fangen, wollte aber auch nicht rausgehen. Danach gab es Atem- und Fühlübungen, aber die halfen nicht wirklich. Ich fühlte mich völlig aufgelöst, also bin ich direkt zur Pflege gegangen, habe Bedarf (Promethazin) geholt und bin dann spazieren gegangen. Das Telefonat mit mit meinem Freund hat mir geholfen, mich etwas zu beruhigen.

Zum Mittagessen gab es Geschnetzeltes mit Tomatenreis und Salat, aber ich konnte kaum etwas essen. Nach dem Essen sprach mich die Psychologin, die die Gruppe geleitet hatte, nochmal an und wollte fünf Minuten mit mir sprechen.

Ergotherapie fällt aus & Erleichterung über Testergebnisse

Eigentlich hätte ich nachmittags Ergotherapie gehabt, aber sie fiel aus, ohne dass wir informiert wurden. Stattdessen habe ich gestrickt und gelesen. Ich hatte ein kurzes Gespräch mit einer Therapeutin über mein Befinden. Meine eigentliche Therapeutin ist krank und hat nächste Woche Urlaub, also bekomme ich ein Ersatzgespräch.

Dann kam die große Erleichterung: Alle Tests waren negativ! Ab sofort gibt es keine Maskenpflicht mehr, wir dürfen wieder gemeinsam essen und Therapien finden wieder in anderen Räumen statt. Das hat mich wirklich gefreut.

Besuch bei meinem Freund & Abend

Nachmittags bin ich zu meinem Freund und Hund gefahren. Wir waren spazieren und haben ein Spaghetti-Eis gegessen. Das tat gut, weil das Wetter richtig schön war. Danach haben wir noch eine Weile zusammen verbracht.

Danach musste ich noch für die Kaffeerunde am Freitag einkaufen. Das Budget von 15 Euro für 12 Personen war natürlich nicht ausreichend, also habe ich etwas aus eigener Tasche dazugelegt. Morgen gibt es Spaghetti-Eis-Dessert und Obstsalat, weil wir so viel Obst auf Station haben.

Zurück in der MHH habe ich mir Abendbrot gemacht, die Spülmaschine ausgeräumt und dann mein chinesisches Essen mit zwei Joghurts gegessen. Danach war ich total erschöpft und bin ins Bett gefallen.

Fazit:
Donnerstag war eine emotionale Achterbahnfahrt. Die BA-Gruppe war extrem belastend, aber gleichzeitig hat es mich stolz gemacht, dass ich mich nicht rausgezogen habe. Die Aufhebung der Maskenpflicht war eine riesige Erleichterung. Der Spaziergang und das Eis bei meinem Freund haben mir gutgetan. Alles in allem ein Tag mit vielen Tiefen, aber auch ein paar positiven Momenten.

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