Morgen: Ein neuer Mitpatient und ein weiteres „Ja“
Heute Vormittag kam ein neuer Mitpatient auf die Station, für den sich jemand als Patenschaftsperson melden sollte. Niemand meldete sich – also habe ich es übernommen. Ich merke immer mehr, wie ich mir hier ständig neue Dinge auflade.
Nach der Morgenrunde ging es zur Morgenaktivierung in der Sporthalle. Dort machten wir Dehnübungen und spielten dann ein kleines Partner-Ballspiel. Es war eigentlich nichts Großes, aber es hat ganz gutgetan. Ein bisschen Bewegung am Morgen ist nie verkehrt.
Nach dem Sport gab es Frühstück. Ich habe es wieder nur geschafft, ein Brötchen zu essen – mehr ging einfach nicht.
Visite: Ein vertrautes Gesicht und eine Medikamentenanpassung
Eigentlich wäre ich irgendwann in der Mitte der Visitenliste gewesen, aber weil ich zur Studie abgeholt werden sollte, kam ich als Erste dran.
Der Arzt erkannte mich wieder – er war früher auf der DBT-Station. Er war total nett und umgänglich, was mir ein bisschen die Nervosität nahm. Mein Bupropion wird jetzt auf 75 mg reduziert, und dann schauen wir erstmal weiter.
Studie: Tiefgehende Fragen und emotionale Erschöpfung
Nach der Visite wurde ich zur Studie abgeholt. Eigentlich hätte es um 10:30 Uhr losgehen sollen, aber es verzögerte sich auf 11 Uhr.
Die Studie war intensiv. Sehr viele Fragen zu Trauma, Depression, Angst und Belastung, dazu kognitive Tests, bei denen ich mir Dinge merken musste. Es war extrem anstrengend und emotional fordernd.
Der Mann, der die Tests mit mir durchführte, war aber sehr ruhig, professionell und bedacht, sodass ich mich zwischendurch immer wieder stabilisieren konnte. Trotzdem: Als ich aus dem Raum ging, brach es in mir los.
Ich begann zu zittern, fühlte mich völlig überfordert, als hätte mein Körper einfach nicht mehr die Kraft, all das zu halten. Ich ging zur Pflege, aber sie war gerade nicht da. Also rief ich sie an.
Als sie zurückkam, sah sie sofort, dass ich völlig außer mir war. Ich bekam meinen Bedarf, doch selbst das reichte nicht aus. Sie ließ mich Dehnübungen am Schrank machen, aber das half mir nicht wirklich. Mein Körper brauchte Bewegung.
Ich sagte ihr, dass ich spazieren gehen müsse, um mich zu spüren. Sie fragte, wie lange, und ich sagte 15-20 Minuten. Also ging ich raus und telefonierte mit Max, um mich zu beruhigen. Die frische Luft, die Bewegung und das Gespräch halfen, dass sich alles etwas setzte.
Abend: Maskenpflicht & Déjà-vu
Am Abend gab es die nächste Nachricht: Influenza B auf Station.
Das bedeutet: Maskenpflicht im gesamten Haus, und ab morgen gibt es für zwei Tage Tests für alle.
Ich hatte ja schon einmal Influenza A in der Klinik, damals auf der DBT-Station. Jetzt bin ich zwar nicht betroffen, aber es fühlt sich an wie ein Déjà-vu. Ab sofort müssen wir auch auf den Zimmern essen, was ziemlich ungewohnt ist.
Gerade beim Abendbrot war es seltsam, so allein zu sitzen, weil meine Zimmernachbarin nicht da war.
Schlafanalyse: Verkabelt in die Nacht
Vor dem Abendbrot bin ich noch duschen und Haare waschen gegangen, weil heute Nacht die Schlafanalyse ansteht.
Nach dem Essen traf ich mich noch mit Max, aber ich merkte, dass mein Medikament nach dem Essen immer stärker wirkt und ich zunehmend müde wurde.
Um 20:30 Uhr ging es zurück auf Station, weil die Schlafanalyse vorbereitet wurde. Die Ärztin/Studentin kannte ich bereits aus der Studie.
Das Verkabeln dauerte eine Stunde. Ich bekam Elektroden für ein EEG, ein EKG, Pulssensoren und zwei kleine Schläuche in die Nase, um meine Atmung zu messen.
Dann musste ich einen kurzen Vorbereitungstest machen: Einfach nur ein Kreuz anschauen, ohne mich zu bewegen. Dabei hatte ich bereits Sekundenschlaf, so müde war ich. Als sie zurückkam, fragte sie mich, wie lange es sich für mich angefühlt hatte.
„Bestimmt 15-20 Minuten.“
Aber tatsächlich waren es nur sieben Minuten. Das hat mich total überrascht.
Jetzt liege ich komplett verkabelt im Bett und bin gespannt, wie die Nacht wird. Eins ist sicher: Ich bin unglaublich müde.
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